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Der ultimative Hundehalter-Knigge

Der ultimative Hundehalter-Knigge

Wir kennen sie doch alle: Unangenehme Begegnungen mit anderen Hundehaltern. So oft liest man in den sozialen Medien davon, dass hier und dort einfach fahrlässig gehandelt wurde bzw. die Sorgen schlichtweg abgewunken wurden. Inspiriert von einer Freundin kam mir da eine Idee: Diese Probleme könnten gelöst werden, wenn es einen ultimativen Hundehalter-Knigge gäbe!

Hundehalter- Was?

Knigge. Ein Hundehalter-Knigge. Ganz einfach! Der Knigge ist eine Sammlung von Anleitungen, Tipps und Tricks über das richtige Verhalten. Dort kann man beispielsweise nachlesen, welche Gabel und welches Messer im feinen Nobelrestaurant wofür gedacht sind. Dass man den Tee nie schlürft, sondern vorsichtig und würdevoll an der Tasse nippt, und dass man neuerdings wenn jemand niest nicht mehr „Gesundheit“ sagt. Heute soll man warten, bis der niesende sich dafür entschuldigt.

Was bringt Hundehaltern ein Buch über Manieren?

Die oben genannten Beispiele sind zum Teil sehr übertrieben. Aber im Grunde hilft der Knigge beim Lernen höflichen Verhaltens. Ich finde, dass ein gewisses Maß ein Freundlichkeit und Höflichkeit selbstverständlich sein sollte. Leider merke ich aber jeden Tag aufs Neue, dass einige wohl ein Powernap gehalten haben, während diese Eigenschaften verteilt worden sind. Somit haben sie nicht sonderlich viel davon abbekommen.  Der Knigge kann dort Abhilfe verschaffen und sogar mangelnde Erziehung teilweise ausgleichen.

Bei dem Hundehalter-Knigge wäre es das selbe Prinzip, nur eben nicht für die Benutzung des Bestecks. Der Hundehalter-Knigge wäre eine Anleitung und Hilfestellung, um sich anderen Hundehaltern gegenüber zuvorkommend zu verhalten, sodass sie sich niemals von einem selbst gestört fühlen. Immerhin, davon gehe ich zumindest aus, wünschen wir uns das doch alle: Dass andere Hundehalter Abstand von uns nehmen, wenn wir uns den wünschen und dass sie erst fragen, ehe sie handeln.

Was würde in so einem Hundehalter-Knigge drin stehen?

Alles Mögliche. Ich kann nicht alles aufzählen, was ich schon von anderen Hundehaltern gehört habe. Es wäre scheinbar nicht nur ein einziges Knigge-Buch, sondern eine komplette Reihe. Mit 20 Bändern. Mindestens.

Ich kann scheinbar wirklich von großem Glück reden, dass ich bei uns im Ort noch keine unangenehmen Hundebegegnungen hatte. Alle verhalten sich hier immer zuvorkommend und rücksichtsvoll – ich liebe es! Aber leider ist dieses Verhalten eher die Ausnahme, statt der Regel. Aus diesem Grund kann ich leider nicht alle Probleme ansprechen, die es mit anderen Hundehaltern gibt. Mein persönlicher Hundehalter-Knigge wird dann eben „aufs Wesentliche reduziert“ sein.  Einen Einblick in diesen kann ich euch aber schon Mal verschaffen, vielleicht gehen wir ja trotzdem in Produktion.

Hayley mag keine Hunderüpel!

Das Hundehäufchen verschwindet nicht von selbst

Eigentlich schon, aber eben nicht auf Asphalt und gepflasterten Bürgersteigen. Es ist nicht viel Arbeit für euch: Tüte über die Hand, Häufchen rein, Tüte zu und ab in den nächsten Mülleimer. Hier auf dem Dorf kenne ich übrigens auch das Problem, der mangelnden Mülleimer. Natürlich ist es nicht schön, die vollgemachte Tüte durch die halbe Stadt zu tragen. Aber noch unschöner ist es, als Nicht-Hundehalter bzw. als Nicht-Hundehalter-Deines-Hundes in diese Hinterlassenschaften zu treten. Den Gestank trägt er dann nämlich weit länger mit sich rum und kann das ungewollte Mitbringsel auch nicht so einfach wegwerfen.

Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass mir das Häufchen aufsammeln selbst üüüüberhaupt nichts ausmacht. Es wäre auch nicht wahr, zu behaupten, ich würde jedes einzelne Häufchen der Mädels aufsammeln. Denn: Ich finde den Geruch auch super ekelig und auch die Konsistenz der Häufchen lässt hier und da gehörig zu wünschen übrig. Aber viel ekeliger finde ich es, wenn andere Hundehalter ihre Hundehäufchen auf dem Bürgersteig vor unserer Wohnung liegen lassen! Klar, ich lasse, wie gesagt auch mal ein Häufchen dort liegen, wo es gelandet ist. Aber das liegt dann daran, dass ich es 1. nicht sehe, weil die Mädels mitten in den Wald gelaufen sind oder 2. ich es sehe, aber dort nicht wirklich ran komme, weil die Mädels fröhlich ins Gestrüpp geklettert sind. Aber niemals lasse ich ein Häufchen dort, wo andere rein treten könnten!

Eine Leine ist zum anleinen da

Das vergessen leider doch schon ziemlich viele Hundehalter. Denkt bitte immer daran: Nicht jeder Hund ist wie euer eigener. Wenn euer Hund gerne mit anderen Artgenossen spielt, ist das wunderbar – es trifft nur leider nicht auf alle Artgenossen zu. Deshalb bitte leint euren Hund an, wenn euch ein anderer entgegen kommt. Ein paar Minuten an der Leine wird euer Hund schon überleben und glaubt mir, er wird euch nicht ein Mal böse sein. Sobald der andere Hund außer Sichtweite ist, könnt ihr euren Hund wieder ableinen (vorausgesetzt ihr seid euch sicher, dass er dem anderen nicht hinterher hetzt!). So bleibt beiden Parteien unnötiger Stress erspart.

Andere Hundehalter sorgen sich auch um ihren Hund

Das verdrängen leider viele. Ich liebe meine Hunde bestimmt genau so, wie du deine liebst. Ich richte meinen gesamten Alltag nach ihnen aus, damit es ihnen gut geht. Und ich wäre am Boden zerstört, wenn ihnen mal etwas passieren würde. Ich denke, dir geht es da sehr ähnlich.

Bitte nimm die Bedenken und Sorgen anderer Hundehalter ernst! In meinem Hundehalter-Knigge wäre dieser Absatz super fett und quer über die ganze Seite gedruckt:

„Der tut nichts“ und „Die will nur spielen“ sind Bullshit-Aussagen!

Bullshit deswegen, weil es mir ganz egal ist, was dein Hund möchte, was er tut und was nicht! Was ich damit sagen möchte: Ihr wisst nicht, auf was für einen Hund euer Tier gerade zu rennt. Vielleicht handelt es sich um einen starken Angsthund, mit dem viele Stunden geübt wurde, damit er endlich wieder aus dem Haus kann. Dann prescht dein Hund nach vorne, weil er ja nur spielen will (was ja gut sein kann), und macht die stundenlange Arbeit zunichte.

Drehen wir den Spieß mal um:

Was, wenn mein Hund Flöhe hat? Der muss ja trotz Parasitenbefall seine Gassirunden machen, nützt ja alles nichts. Wenn ich dir dann sage „Bitte nicht näher kommen“ und du nur „Ach, die tut nichts!“ rufst. Dein Hund läuft zu einem, spielt ein wenig, und du nimmst gleich ein paar weitere Haustiere mit nach Hause. Gleiches gilt für ansteckende Krankheiten.

Was, wenn dein Hund zwar nichts tut, meiner aber schon? Was, wenn mein Hund ein Mal zubeißt, an einer unglücklichen Stelle? Natürlich kann man mit Anwälten, Ordnungsamt etc. drohen, aber das bringt dir im schlimmsten Fall deinen Hund nicht wieder. Dann hättest du deinen treuen Freund verloren, nur weil du die Sorgen deines Gegenübers nicht ernst genommen hast.

Darida freut sich über rücksichtsvolle Hundefreunde

Niemand mag Klugscheißer!

Also bitte sei auch keiner. Niemanden interessieren deine Erziehungstipps, also dränge sie bitte auch nicht jedem auf.

So oder so ähnlich muss es in den Köpfen der anderen aussehen, wenn ich mal wieder davon erzähle, wie ich meinen Hunden was beigebracht habe. Ich gebe es zu, ich bin ein Klugscheißer. Aber ich möchte niemand sein, weil ich weiß, wie nervig das ist. In meinem Hundehalter-Knigge müsste ich mir diesen Punkt also auch sehr zu Herzen nehmen.

Gib niemandem ungefragt Erziehungstipps. Jeder hat da sein eigenes Tempo, sein eigenes Gefühl. Mich nervt es auch tierisch, wenn mir jemand erzählen möchte, dass ich die Mädchen ja total falsch konditioniere. Mag sein, aber wir haben Spaß beim Falsch-Konditionieren und kommen trotzdem ans Ziel. Der Weg dorthin ist also ganz egal, weil jeder von uns einen anderen geht.

Natürlich ist es etwas anderes, wenn jemand dich nach Tipps oder nach deiner Meinung fragt. Dann schweife ruhig aus und genieße die Zeit. Hör am besten gar nicht mehr auf! Wenn sich dann doch jemand beschweren sollte, sag einfach: „Selber Schuld, hätt’ste mal nicht gefragt!“

 

Wie sieht es bei euch aus, habt ihr auch noch wichtige Punkte, die auf keinen Fall im ultimativen Hundehalter-Knigge fehlen dürften? Dann gerne her damit. Vielleicht machen wir dann Buch draus, und wir alle sind die Autoren.

Ich bin schon gespannt, was ihr zu sagen habt.

Bis bald,

eure Cavaliermaedchen!

 

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