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Hilfreiches, Pubertät

Hallo Pubertät – „Frauchen, ich hab‘ meine Konzentration verloren!“

Die Pubertät ist nicht leicht, nein. Weder für uns Menschen, noch für unsere Hunde. Während der Pubertät werden Tausende von Nerven neu verknüpft, und das bringt nicht nur den Hormonhaushalt durcheinander.

Vieles was vorher so leicht war, muss nun neu erlernt werden. Die Stimmung schlägt schnell über und die eigenen Grenzen werden immer öfter ausgereizt und getestet. Die Leidtragenden sind entweder die Eltern oder die Herrchen und Frauchen. Auch wenn es auf den ersten Blick vielleicht nicht so scheint, der Aufgabenbereich ist in beiden Szenarien der selbe. Mit liebevoller Strenge gilt es nun, die Schützlinge wieder in die „richtige Bahn“ zu bringen und das am besten mit so wenig Diskussion und Stress wie möglich. Sowohl bei Jugendlichen als auch bei pubertären Hunden gilt: Konsequenz und liebevolle Strenge sind das A und O.

Genau wie bei einem Jugendlichen, darf man als Hundemama oder -papa niemals nie von seiner Meinung abweichen. Niemals. Wenn man auch nur ein Mal klein bei gibt oder der Schützling keine Konsequenzen nach einem Regelbruch zu befürchten hat, war’s das. Wirklich, dann sind wir in unserer Autorität beschnitten. Einfach so. Sich den Respekt wieder aufzubauen, ist dann ein harter und langer Weg.

Dass die Hormone sogar an der lebensnotwendigen Nahrungsaufnahme rum spielen, habe ich euch bereits in meinem letzten Beitrag erzählt. Diese kleine Herausforderung haben wir noch nicht zu 100% gemeistert, aber es wird besser und das tägliche Abendessen fordert kaum noch nervliche Opfer.

Die nächste Baustelle

Aber die Pubertät bringt leider nicht nur dieses Problem mit sich. Ich habe euch beim letzten Mal stolz erzählt, dass man die Pubertät bei Darida eigentlich nicht bemerkt, wäre da eben nicht das Futterproblem. Ich hab danach einfach mal überlegt und das kleine Monsterchen beobachtet und gemerkt: so ganz der Wahrheit entspricht das aber leider nicht.

Darida hat noch ein großes Problem. Sie ist zum Glück nicht trotzig oder so, aber sie hat ihre Konzentration verloren. Ich bin immer noch super interessant, aber manchmal verirrt sie sich in ihre eigene kleine Schnupperwelt – und da bekomme ich sie dann kaum noch raus.

Wir haben uns seitdem auf die Suche nach der Konzentration begeben. Wir können schließlich nicht einfach so hinnehmen, dass Darida sie an ihre Pubertät verloren hat!

Ich bin eigentlich wirklich kein Fan davon, die Hunde mit Leckerli zu bestechen. Natürlich nutze ich sie hier und da als Anreiz und Motivation, aber die Aufmerksamkeit möchte ich auch so haben. Ich arbeite also viel mehr an unserer Bindung und hoffe, dass ich dann das interessanteste auf unseren Spaziergängen bin. Da dies bei Darida momentan nicht mehr der Fall ist, musste ich ein bisschen umplanen.

Wie wir Daridas Konzentration langsam wieder finden

Schritt 1: Der Rückruf und das Gassi gehen

Wer mehr als einen Hund hat, kennt das Problem bestimmt: Sobald man die Hunde von der Leine lässt, preschen sie bereits los und sind relativ schnell sehr weit weg. Die Konzentration liegt dann bei einander, aber nicht bei mir. An und für sich finde ich das toll! Ich liebe es, wie sehr sich die Mädchen mögen und wie gerne sie miteinander spielen und Spaß haben. Aber über allem steht für mich einfach, dass sie sich jederzeit abrufen lassen. Und das auch getrennt.
Als Beispiel: Hayley und Darida laufen, ich rufe „Hayley“ zurück und sie kommt angelaufen, ganz egal wo sich Darida gerade rum treibt. Wenn ich „Mädels – hierher!“ rufe, kommen im besten Fall beide.
Normalerweise klappt das wirklich ausgesprochen gut. Der Rückruf ist zum Glück keine unserer Baustellen (dafür aber die Leinenführigkeit). In letzter Zeit konnte ich aber beobachten, dass Darida vermehrt auf Hayley achtet. Wenn ich also Darida zurückrufe, dreht sie sich erst um und schaut, was Hayley denn so macht.
Aus diesem Grund wurden die Mädels wieder hauptsächlich zu Einzeltraining verdonnert. Wenn ich mit Darida alleine unterwegs bin, lässt sie sich wunderbar abrufen und entfernt sich keine 5 Meter von mir. Dann werfe ich ihr Spielezeug oder morsche Stöckchen durch die Gegend, die sie mir immer brav zurück bringt.
Wenn ich mit beiden unterwegs bin, habe ich aber wieder vermehrt Leckerli dabei. Bei jedem 3. – 5. erfolgreichen Versuch gibt es nämlich einen kleinen Hundekeks als Belohnung.

Schritt 2: Das Tricktraining

Ich liebe Tricktraining! Aber normalerweise kommt hauptsächlich Hayley in diesen Genuss. Hayley lernt nämlich außerordentlich schnell und hat so viel Spaß dabei. Bei Darida verliere ich leider sehr schnell die Geduld. Wir können einen Trick 200 Male wiederholt haben, 199 Male läuft es prima, beim 200. Mal macht sie etwas völlig falsches und kriegt es dann nicht mehr hin.
Macht aber nichts. Während ich mit ihr an ihrer Konzentration arbeite (Hayley schaut meistens zu, während ich mit Darida übe, also eine kleine Ablenkung ist vorhanden), übe ich gleichzeitig an meiner Geduld.
Mittlerweile sind wir schon so weit, dass sie sich endlich wieder an den Straßenübergängen hinsetzt und darauf achtet, wann ich das Aufhebungssignal („weiter“) gebe. Das hat eine gefühlte Ewigkeit nicht mehr hin gehauen, weshalb ich super stolz auf den kleinen Trainingserfolg bin.

Schritt 3: Kuscheln

So banal es auch klingt: Darida braucht vor allem die Nähe und die Liebe von mir. In letzter Zeit habe ich das häufig leider ignoriert, weil ich mich selbst so gestresst habe. Ich dachte, ein üblicher Spaziergang, etwas Auslastung zuhause und dann ist sie schon glücklich. Aber es fehlt ihr wirklich, einfach mal auf meinem Schoß einzuschlafen oder in den Schlaf gekrault zu werden.
Deshalb wird jetzt zusätzlich zum Sofa-kuscheln auch am Schreibtisch gestreichelt. Darida kommt im Laufe des Tages immer mal angelaufen, und stellt sich mit ihren Vorderpfötchen an meinen Schreibtischstuhl. Immer wenn sie das macht, hebe ich sie auf meinen Schoß. Dort bleibt sie dann auch mehrere Stunden liegen.
Das Kuscheln stärkt die Bindung so sehr, vor allem bei so einem liebebedürftigen Hund wie Darida. Sie ist seitdem wieder vermehrt auf mich fixiert, die Kommandos werden schneller umgesetzt – falls nicht, wird das Köpfchen schief gelegt und ich versuche es irgendwie anders. Aber man merkt ihr an, dass sie ihr Bestes gibt und das ist die Hauptsache. Außerdem hat es den positiven Nebeneffekt, dass ich kaum noch gestresst bin. Dieses warme Flauschknäuel auf dem Schoß macht das Leben wirklich um einiges schöner und entspannter.
Wir sind noch lange nicht fertig und ich glaube, dass es einiges an Arbeit braucht, bis wir wieder an unserem Punkt vor der Pubertät sind, aber das wird. Da bin ich ganz zuversichtlich. Wenn wir beide unser Bestes geben, kann es ja nur gut werden. Wir melden uns ganz bald mit der nächsten Baustelle zurück.
Wir wünschen euch ein schönes Wochenende!
Bis bald,
eure Cavaliermaedchen.

 

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5 Kommentare

  • Reply Isabella Staudt-Millmann

    Was für ein schöner und ehrlicher Beitrag … und so gut nachzuvollziehen, wenn man mal wieder einen Jungspund an seiner Seite hat. Bei uns hat die Auswirkungleider erst Cara getroffen – denn noch findet mich unser kleiner Shadow total interessant – aber die Große braucht jetzt manchmal eine zweite Aufforderung 😉
    Gekuschelt wird bei uns auch sehr viel … denn auch Shadow stellt isch gerne mit den Poften auf meinen Schreibstisch und braucht dann ein paar Streicheleinheiten (nur auf den Schoß passt er nicht)! Ich bin sicher, bis zur echten Pubertät haben wir noch etwas Zeit … und dann hilft es mir zu wissen, wir haben die Phase bei jedem Hund geschafft – das wir hier auch nicht anders 😉

    Liebe Grüße,
    Isabella mit Cara und Shadow

    5. März 2018 at 12:52
  • Reply Cavaliermädchen

    Hallo liebe Julia,

    Freut mich, dass ich euch „was Gutes“ tun konnte. Ich vergesse das im stressigen Alltag nur allzu oft!

    Liebe Grüße,
    Doxa mit den Mädels

    3. März 2018 at 22:07
  • Reply Cavaliermädchen

    Hallo Johanna,

    Ja, das glaube ich auch. Natürlich ist es im Moment super anstrengend, aber es geht ja auch vorüber und böse sein kann ich ihr sowieso nie. Mit diesen riesigen Augen, geht das irgendwie auch nicht.

    Liebe Grüße,

    Doxa mit Hayley und Darida

    3. März 2018 at 22:06
  • Reply Anonym

    So so wichtig, was du da sagst! Liebe und Kuscheln sond extrem wichtig für die Bindung. Danke, dass du mir das wieder bewusst grmacht hast ❤

    Julia

    3. März 2018 at 22:02
  • Reply Johanna

    Liebe Doxa,

    Ich kann dir nur einen Tipp geben: Halte durch! Es wird besser! Toffee war nicht anders. Ich könnte draußen einen Handstand machen (manchmal war es auch drinnen so) oder ihn mit sonst was locken- keine Reaktion. Er war so ins Schnüffeln vertieft, da hat nichts geholfen. Aber ich muss sagen, jetzt, wo die Pubertät sich endgültig dem Ende zuneigt wird es besser. Ohne besonderem Training klappt auf einmal der Rückruf auch in Situationen, die bisher noch nie geklappt haben und die Leinenführigkeit wird immer besser! Also, halte durch!

    Alles Liebe dir und den Mädels,

    Toffee & Frauchen

    3. März 2018 at 17:33
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