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miDoggy Parade: Glück vermehrt sich, wenn man es teilt

Der Hund hat heute einen deutlich größeren Stellenwert in unseren Leben, als noch vor 20 Jahren. Am deutlichsten merkt man dies an den vielen Unternehmen, die mit Produkten für den Hund ihren Umsatz machen. Aber auch an der beträchtlichen Anzahl an Hundebloggern merkt man, wie viel sich eigentlich um den besten Freund des Menschen dreht. Wir wollen ihm sein Leben so angenehm wie möglich gestalten und informieren uns fast täglich, wie wir das am besten umsetzen können. Früher oder später stößt man mehr oder weniger freiwillig auf das Thema Zweithund. Für das Hundewohl soll ein hündischer Kamerad das Beste überhaupt sein. Aber stimmt das? Und wie ist das überhaupt für den Hundehalter?

Wir Hundehalter haben auch mit einem Hund schon mehr als genug zutun. Können wir uns dann wirklich noch einen zweiten Hund zumuten? Meine Antwort ist ganz klar: Jaein. Warum erzähle ich euch im Folgenden.

„Was werden die anderen zum Zweithund sagen?“

Hier haben wir euch bereits von den Vorurteilen erzählt, mit denen wir konfrontiert wurden, als ich das Thema Zweithund angesprochen habe. Es waren nicht wenige Sprüche, die wir uns anhören mussten und sie waren auch nicht immer freundlich. Dann war da auch noch das Herrchen, dass noch nie zuvor ein Haustier hatte und sich nicht sicher war, ob wir den einen Hund überhaupt richtig stemmen könnten – geschweige denn einen zweiten. Für mich galt es also vorweg, den Mann des Hauses zu überzeugen. Denn für mich stand von vornherein klar, dass früher oder später zwei Hunde unsere Wohnung mit uns teilen würden.

Mir war es also egal, was die anderen zu sagen hatten. Ich hatte ein relativ gutes Bild davon, wie es ist, mit zwei Hunden zu leben. Immerhin bin ich zeitweise mit drei Hunden gleichzeitig aufgewachsen. Wer allerdings eher zart besaitet ist und sich lange darüber Gedanken macht, was andere ihm und über ihn sagen könnten, sollte die Anschaffung eines Zweithundes nochmal überdenken. Es wird nämlich immer jemanden geben, der irgendwas zu meckern hat und Bemerkungen wie „Oh, gehören die beide zu Ihnen? Hat denn einer nicht gereicht?“ regnet es bei jeder Gassirunde.

„Kann man denn die zusätzliche Arbeit, die ein zweiter Hund macht, überhaupt stemmen?“

Diese Frage kann ich nicht genau beantworten. Wie denn auch? Ich bin da total verwöhnt. Ich teile mir meine Wohnung mit dem Herrchen und wenn mal etwas sein sollte, wohnt meine Mama nur 6min von mir entfernt.  Aber was ich wirklich sagen kann ist, dass ein zweiter Hund viel mehr Arbeit macht. Diesen Punkt habe ich tatsächlich ein wenig unterschätzt, weil wir nie so langhaarige (und wasserverrückte!) Hunde hatten.

Ein kurzer Ausschnitt aus meinem Alltag sieht so aus: Da das Herrchen Vollzeit arbeitet und ich studiere, kümmere ich mich den ganzen Tag um die Mädels. Das heißt auch, dass ich alleine mit ihnen spazieren gehe. Es macht mir auch super viel Spaß, ich kann bei unseren täglichen Runden immer so schön abschalten. Bei dem momentanen Wetter, hält die Entspannung aber nie lange an. Darida und Hayley sind totale Wasserraten. Jeder Bachlauf, jeder Teich und jede Pfütze wird mitgenommen. Darida legt aber noch eine Schippe drauf und trägt mir in ihrem Fell gleich den halben Wald mit nach Hause. Gestern erst habe ich einen ganzen Tannenzapfen aus dem Fell an ihren Hinterläufen gezogen! Einen Tannenzapfen! Für mich bedeutet das also nach jedem Spaziergang, dass die Mädels gebadet werden müssen. Meistens reicht da klares, lauwarmes Wasser. Manchmal muss ich aber noch zusätzlich Hundeshampoo benutzen, weil Hayley dann nicht mehr weiß-rot, sondern grau-schwarz ist. Anschließend müssen beide Damen noch geföhnt werden.

Nach jedem Spaziergang sind wir also zusätzlich über 1h zu Gange. Mit einem Hund wäre die Geschichte innerhalb von ein paar Minuten erledigt – Darida hat nämlich deutlich mehr Fell, als unsere „Große“. Diese alltäglichen Sachen, genau wie die Tierarztbesuche, bleiben an mir hängen.

Anders wäre es auch unfair, immerhin bin ich viel länger Zuhause als das Herrchen. Aber ich kann euch beruhigen: Ich kann das Ganze alleine stemmen und es macht mir fast überhaupt nichts aus. Weil ich die beiden so lieb habe, genieße ich auch das tägliche Baden, trocken schrubben und föhnen.

„Aber niemand nimmt zwei Hunde, wenn man mal in den Urlaub möchte!“

Das stimmt leider tatsächlich. Oder vielleicht auch nicht. Aber ich traue mich gar nicht erst, jemanden zu fragen, ob er beide  Pappnasen zur Urlaubsbetreuung nehmen würde. Bis vor einigen Monaten habe ich Hayley bei solchen Sachen immer zu meiner Mutter gebracht. Da die aber vor einem halben Jahr erst menschlichen Nachwuchs bekommen hat, fiel diese Option erstmal weg. Außerdem wollte ich ihr keine zwei Hunde zumuten – immerhin hat sie selbst schon zwei. Als wir im Oktober in Rom waren, musste also schnell eine andere Lösung her. Darida fuhr ich kurzerhand zum Frauchen ihrer Mama und Hayley wurde bei einer guten Freundin deponiert. Mir hat es das Herz gebrochen, die zwei zu trennen, aber sie haben es scheinbar sehr gut weg gesteckt.

Mittlerweile habe ich aber unabsichtlich auch meine Mama weich gekocht. In den letzten Tagen hatte sie beide Mädels bei sich, da die beiden sonst über 10h am Tag alleine gewesen wären. Als ich sie jeden Abend wieder abholte, hat sie mir vorgeschwärmt, wie toll die beiden sind und wie unkompliziert und ruhig. Ich glaube also, dass es da in Zukunft auch keine Probleme geben wird, wenn sie ausnahmsweise Mal auf die Mädels aufpassen muss.

Die Urlaubsbetreuung solltet ihr aber definitiv vorher klären! Und auch wenn ihr eure Hunde gerne mit in den Urlaub nehmen möchtet (was bei mir auch immer die erste Wahl ist), muss euch klar sein, dass es deutlich schwieriger ist, eine Unterkunft zu finden. Ein Hund ist meist kein Problem, bei einem zweiten wird man dann schon mal schief angeguckt.

„Verträgt sich mein Hund denn mit jedem anderen Hund?“

Nein. Das ist das wohl größte Problem. Wie wir Menschen mögen auch unsere vierbeinigen Begleiter nicht jeden Hund. So kann es schnell passieren, dass sich das Thema Zweithund nicht leicht realisieren lässt. Es gibt sogar Hunde, die sind überhaupt nicht mit anderen Hunden verträglich, weil sie u.a. zu viele schlechte Erfahrungen gemacht haben oder aufgrund mangelnder Sozialisation. Da ich Hayley bereits mit anderen Hunden kannte (ihre Schwester wohnt bei meiner Mama) wusste ich, dass sie generell keine Abneigung gegenüber andren Hunden hat. Außer weißen, weiße Hunde mag sie überhaupt nicht und ich weiß nicht wieso.

Ich habe für uns ein paar Richtlinien beachtet, die ich als relevant empfunden habe. Hayley sollte nicht zu alt sein, wenn der Zweithund bei uns einziehen würde. Da für uns relativ schnell klar war, dass ein zweiter Welpe einziehen würde, sollten die zwei nicht zu weit auseinander sein, was das Alter betrifft. Mein persönliches Maximum war 3 Jahre. So wäre zumindest einigermaßen sichergestellt, dass sie sich vom Temperament her nicht so sehr unterscheiden. Ein zweiter Punkt war, dass ich auch wieder einen Cavalier haben wollte. Mal davon abgesehen, dass Darida ohnehin ein lang gehegter Wunsch war. Hunde der selben Rasse haben meistens ein ähnliches Temperament und ähnliche Anforderungen (z.B. bei Spaziergängen, Auslastung, etc.), was mir auch super wichtig war. Bei uns hat diese Vorgehensweise super funktioniert.

Aber was denn nun? Zweithund- ja oder nein?

Für mich ist diese Frage von Anfang an klar gewesen und daran hat sich auch nach fast einem Jahr Mehrhundehaushalt nichts geändert: Definitiv ja.

Hayley ist in den letzten Monaten so richtig aufgeblüht. Seit Darida da ist, ist sie kaum noch wieder zu erkennen. Anfangs hatten wir mit Hayley das Problem, dass sie sich sehr schnell hat einschüchtern lassen. Als Darida noch ein Welpe war, fing sie aber an, sie vor allen anderen Hunden zu beschützen. Wenn Darida sich eingeengt fühlte, war Hayley schneller zur Stelle, als ich das überhaupt mitbekommen habe. Ganz schnell wurde der andere Hund weg gebellt, das Baby musste schließlich beschützt werden.

Außerdem sind die beiden ein Herz und eine Seele. Ich liebe es, ihnen beim spielen und toben zuzusehen und mein Herz tanzt jedes Mal vor Freude. Ich kann nicht gut in Worte fassen, wie toll die zwei zusammen sind. Aber eines kann ich euch verraten: Seit wir zwei Hunde haben, gab es kaum einen Tag, an dem ich nicht glücklich war. Es gab so gut wie keinen dieser richtig miesen Tage. Geht auch gar nicht, denn sobald ich die beiden sehe, ist sowieso alles wieder gut.

Ein Zweithund sollte gut überlegt sein, er macht nämlich doppelt so viel Arbeit und erfordert doppelt so viele Nervenzellen, die bei der Erziehung der beiden drauf gehen. Aber er bringt auch mehr als doppelt so viel Glück mit und dieser Punkt überwiegt bei mir. Ob ein Zweithund allerdings für euch die richtige Entscheidung ist, müsst ihr selbst entscheiden.

 

Ich bin gespannt, wie es bei euch aussieht.

 

Bis bald, 

eure Cavaliermaedchen

 

 

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