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Blogparaden, Marmeladenglas-Momente

[miDoggy Parade] Seelenhunde – gibt es sie wirklich? Oder: Wie Darida mich gerettet hat

Wie jeden Monat ruft Julia von miDoggy zur Blogparade auf und überlegt sich zusammen mit ihrem Team ein passendes Thema. Diesen Monat haben sie sich für „Seelenhunde -gibt es sie wirklich?“ entschieden.

Zu diesem Thema gibt es ja schon zwei Artikel von uns, zum einen eine Sammlung an Erinnerungen und Definitionen von vielen verschiedenen Menschen, unter dem Titel „Von Herzens- und Seelenhunden“ und noch einen, über meinen ganz persönlichen, winzigen Seelenhund, unter dem September-Thema von miDoggy, nämlich “ Hundeliebe Teil 2 – Wie Darida mich gefunden hat„.

Wie ihr seht, haben wir das Thema schon ordentlich durchgekaut, im letzteren der eben genannten Artikel habe ich euch erzählt, wie mir das Schicksal die kleine Darida geschenkt hat und wie viel sie mir bedeutet, dass sie mein Seelenhund ist. Allerdings wusste ich bis dahin noch nicht, wie sehr ich damit richtig lag und wie unendlich besonders dieser Hund wirklich ist.

Nicht nur weil ihr ein Snood so sehr steht, ist Darida etwas ganz Besonderes

Lange habe ich überlegt, ob ich diesen Artikel überhaupt schreiben sollte, ob es nicht zu privat ist, ob ich stark genug bin, um darüber zu schreiben. Und ich muss zugeben, dass meine Finger schon ein bisschen zittern, während ich hier relativ zaghaft in die Tasten tippe und mein Herz ordentlich poltert.

Vorab sollt ihr wissen, dass ich hier kein Mitleid möchte oder ähnliches.  Ich möchte mir das einfach nur von der Seele schreiben und eventuell liest ja hier jemand mit der ähnliches erlebt hat, dem meine Worte helfen könnten. Und auch wenn es schwer fällt: der Fokus liegt in diesem Artikel auf Darida und auf ihr Verhalten. Deshalb möchte ich mich bei der Hintergrundgeschichte eher kurz halten. Ich erzähle euch jetzt von der bisher schwersten Zeit in meinem Leben und wie ein kleines Hundemädchen mir in dieser Zeit Marmeladenglas-Momente geschenkt hat.

Der 30. September 2017

Ende September diesen Jahres, erfuhr ich, dass ich schwanger war. „Geplant“ kann man dazu nicht wirklich sagen, aber auch nicht, dass wir abgeneigt gewesen wären – und war, weil das kleine Herzchen nach nur acht Wochen aufgehört hat zu schlagen. Ich hab erfahren, dass das durchaus häufig passiert- nämlich bei einer von vier Schwangerschaften. Es besteht also eine 25%ige Chance und ich bin damit definitiv nicht alleine. Das hat ein bisschen geholfen, aber es hat mich auch geschockt. 25% sind nämlich nicht gerade wenig.

Darida hat mir in dieser Zeit nochmal gezeigt, was für ein besonderer Hund sie eigentlich ist. Sie hat mir die nötige Kraft geschenkt, als ich sie am meisten benötigt hatte.

Nach dem Urlaub

Anfang Oktober, also nur ein paar Tage nach meinem ersten Frauenarztbesuch flogen wir in den Urlaub, nach Rom. Als wir aus dem Urlaub zurück kamen, stand auch schon die erste Uni-Woche an und mir ging es nicht nur morgens immer schlechter. Die Übelkeit gewann Überhand und ich kam so gut wie nie aus dem Bett. Während ich über der Toilette hing, waren die Mädels immer bei mir. Hayley setzte sich zu mir, kehrte mir aber den Rücken zu. Darida aber konnte mich nicht aus den Augen lassen. 

Darida war jedes Mal, wenn ich würgend ins Bad lief, neben mir. Während ich mich mit dem Rücken an die Badewanne lehnte, weil die Übelkeit nicht besser wurde, legte sie ihren Kopf auf meinen Schoß. Darida hat sich in dieser Zeit angewöhnt, mich zu umarmen und zwar so richtig. Vorher hatte sie das auch immer mal gemacht, aber nachdem ich mich übergeben hatte, machte sie es immer. Erst kuschelte sie sich auf meine Beine, dann stellte sie sich auf meinem Schoß auf die Hinterbeine und schlang ihre Pfoten um meinen Hals. Ihren Kopf legte sie auf meiner Schulter ab. Ein Mal, als sie den Kopf auf meine Schulter ablegte, atmete sie ganz schwer aus, so als würde sie sagen: „Das hast du jetzt erstmal geschafft!“. So hing sie dann einige Minuten und ich schloss sie noch enger in meine Arme. Ich konnte nicht fassen, dass ein Hund, von dem doch immer gesagt wird, sie würden nichts fühlen, so unendlich viel Empathie aufbringen kann.

Dann kam es doch anders

Gegen Ende Oktober bekam ich dann die Nachricht, dass es nicht gut aussah, mit dem kleinen Wesen in meinem Unterleib. Es wäre gelogen, wenn ich sagen würde, dass ich nicht am Boden zerstört war. Aber es wäre auch gelogen, wenn ich leugnen würde, dass ich es mir viel schlimmer vorgestellt hatte.

Vielleicht liegt es auch an Darida, denn während ich meine Gedanken sortierte, nachdem ich die Nachricht bekam, fiel mir irgendwann Daridas Blick auf: Wieder ließ sie mich nicht aus den Augen. Statt in ihrem Körbchen zu liegen, saß sie ganz nah an meinem Bett und beobachtete mich. Ganz still, ohne winseln, meckern oder sonstigem. Sie saß einfach nur da und sah mich an.

meine allerliebsten Knopfaugen…

Darida, die Seelentrösterin

Bis zum letzten Kontrolltermin hatte ich noch einige Tage Zeit. Das Wochenende davor wurde zum schlimmsten, an das ich mich erinnern kann. Irgendwann am Samstagabend setzten die Krämpfe ein, mit denen ich absolut nicht gerechnet hatte. Die waren zum Teil echt fies und richtig ablenken konnte ich mich auch nicht. Weder mit einem Buch, der Uni oder dem Fernseher. Das Herrchen saß zwar immer neben mir, aber wirklich helfen konnte er mir leider auch nicht.

Darida wäre nicht Darida, wenn ihr das alles nicht aufgefallen wäre. Plötzlich saß sie am Sofa und fing an zu winseln, wie sie noch nie gewinselt hat. Ich kann es schwer beschreiben, aber es hat sich für mich so angehört, als würde sie richtig weinen. Ich habe sowas vorher (und auch danach) nie wieder von ihr gehört.

Ich holte sie zu mir aufs Sofa, weil sie mich bisher immer so gut trösten und ablenken konnte. Sie legte ihren Kopf direkt auf meinen Bauch und schlief ruhig ein. Die nächsten Krämpfe waren dank ihrer Körperwärme um einiges entspannter. Dann kam aber der stärkste Krampf, durch den ich komplett versteifte und er ließ einfach nicht nach. Es fühlte sich an wie eine Ewigkeit, als auf einmal Darida ihre Kopf auf meinen legte. Da habe ich dann gemerkt, dass ich die ganze Zeit unter den Schmerzen die Luft anhielt.

„Alles gut?“

Nicht nur Seelentröster, sondern auch Krankenschwester

Dann machte Darida wieder etwas, was ich mein ganzes Leben lang nie mehr vergessen werde: Sie legte ihren Kopf genau auf mein Ohr und atmete ganz entspannt, tief ein, machte eine Pause und atmete tief und ruhig ruhig aus. Ich versuchte genau so zu atmen und der Krampf ließ nach, ich entspannte mich wieder. In dem Moment hob Darida ihr kleines Köpfchen, sah mich an und legte sich wieder auf meinen Bauch, so als würde sie sagen „meine Arbeit ist getan“.

Ich habe in meinem Leben noch nie so geweint, wie in diesem Moment. Ich hab das kleine Cavaliermädchen in meine Arme geschlossen und einfach geweint. Aber nicht, weil ich so traurig war, sondern weil mich das Schicksal zu diesem kleinen Wesen geführt hat, dass mir in der schlimmsten Zeit so viel geschenkt hat und ich nicht weiß, wie ich es je wieder gut machen soll.

Irgendwo habe ich mal gelesen, dass wir nicht den Hund bekommen, den wir uns wünschen, sondern den, den wir brauchen, oder „verdienen“. Bis zu diesem Tag wusste ich nicht, was das zu bedeuten hatte. Jetzt weiß ich, wie es gemeint ist. Wer auch immer diesen Satz formuliert hat, weiß womöglich mehr, als wir alle zusammen.

Dieses kleine schwarze Knäulchen ist ganz allein für mich bestimmt, mir egal, was andere denken oder sagen und ich bin so dankbar, dass ich sowas erleben durfte. Darida, ich hab dich lieb, von ganzem Herzen und für immer.

Hoffentlich hat euch mein Artikel nicht ganz runter gezogen, denn das sollte er nicht. Vielmehr hilft es euch, ähnlich wie mir, ein bisschen anders über solche Schicksalsschläge nachzudenken: Wo Schatten ist, da ist auch Licht und solange wir uns auf dieses Licht konzentrieren, können wir gar nicht in Dunkelheit versinken.

Habt ein schönes Restwochenende und bis bald,

eure Cavaliermädchen. 

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