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Marmeladenglas-Momente

Ein Junghund am Hundestrand – „Brodtener Ufer“

Wisst ihr was das für mich allerschönste an einem Welpen ist? Man erlebt alle „ersten Male“ zusammen.

Ich finde es total aufregend und spannend, Darida beim entdecken der Welt zuzuschauen. Sehen, wie sie an ihren Aufgaben wächst, Selbstvertrauen gewinnt und sich immer mehr „traut“. Zu Anfang ist sie immer sehr schüchtern, beinahe schon eingeschüchtert, müsst ihr wissen. Wenn wir mit Hayley unterwegs sind, merkt man davon allerdings nichts. Darida orientiert sich extrem an ihrer großen Schwester und das macht ihr viel Mut. Trotzdem sind alle ersten Male irgendwie total aufregend für sie – ist ja auch verständlich, oder? Aber ich muss in meinem ersten Satz etwas berichtigen: Darida ist kein Welpe mehr, sondern ein Junghund und deshalb wurde es höchste Zeit, ihr mal ein bisschen mehr von der Welt zu zeigen!

Auf unserer To-Do Liste stand ganz oben, ans Meer zu fahren. ´Für uns ist es ein Katzensprung bis zum nächsten Hundestrand, da sind wir total verwöhnt. Wir wohnen so weit oben im Norden, dass wir knapp 1,5h zur Ostsee fahren müssen. Aber an der Ostsee gibt es soo viele Hundestrände, die totale Reizüberflutung!

 

Hundestrand „Brodtener Ufer“, Travemünde

Positiv: dadurch haben wir neue Punkte auf unserer To-Do Liste, nämlich alle Hundestrände abklappern und uns einen Überblick verschaffen. Da wir aber irgendwo anfangen mussten, entschieden wir uns für den Hundestrand „Brodtener Ufer“ in Travemünde.
Ich muss schon sagen, der Strand war echt toll – und kostenlos. Das ist ja leider nicht selbstverständlich. Aber warum war der Strand so toll?
Wir waren schon einmal mit Hayley an einem Hundestrand, als sie ungefähr in Daridas Alter war. Damals waren wir aber am Timmendorfer Strand und ich war extrem enttäuscht. Der „Hundestrand“ war eigentlich eher ein „Hundesträndchen“. Gefühlt 50m waren für die Hunde mehr oder weniger abgesperrt und somit tummelten sich viele Vierbeiner auf wenig Platz. Für meine kleine Hayley, die damals noch viel unsicherer war als heute, war das die Hölle.
Deshalb war ich lange am überlegen, wann und wohin wir das nächste Mal gehen würden. Bei meiner Recherche bin ich eben auf den besagten Strand in Travemünde gestoßen. Im Internet stand, er wäre sehr weitläufig und hätte sogar einen extra Steg, um ins Wasser zu gehen.
Das Internet hatte ausnahmsweise mal recht! Ausnahmsweise, weil ihr bestimmt auch schon häufig eure Krankheitssymptome gegooglet und trotzdem überlebt habt. Aber das ist ein anderes Thema.
Ich hab es leider nicht so mit dem Schätzen, also steinigt mich bitte nicht, wenn ich mich irre, aber der Hundestrandabschnitt hatte eine Länge von ca. 250m evtl. sogar 300m. Er war also vergleichsweise wirklich, wirklich weitläufig.

Ablauf

Wir fuhren sehr früh los, weil ich die Stoßzeiten umgehen wollte. Somit waren wir um ca. 9.00 Uhr morgens da und blieben bis etwa 12.00 Uhr, da füllte sich der Strand bereits langsam. Als wir da waren, waren durchschnittlich 3-6 weitere Hunde da. Wir hatten übrigens drei Hündinnen dabei, neben unseren beiden Herzdamen hatten wir auch meine kleine Schwester und ihre Cavalierhündin Melody mitgenommen.

Hayley, Darida und Melody auf dem Steg

 

Als wir ankamen, haben wir nur fix unsere Decken ausgebreitet, unsere Rucksäcke in den Sand geworfen und sind mit den Hunden Richtung Steg aufgebrochen. Über diesen konnte man super ins Wasser gelangen – allerdings war es für unsere kleinen Hunde relativ schwierig, sich selbstständig wieder an Land zu bringen. Leider ist der Steg nämlich fast die einzige Möglichkeit, um ins Wasser zu gelangen.
Als einige von uns Zweibeinern sich ins (eiskalte!) Wasser getraut haben, mussten die Hunde natürlich schnell handeln: Wer rettet wen? Die lautstarke Diskussion äußerte sich in herzzereißendem Jaulen und Winseln. Ok, vielleicht war es keine Diskussion und vielleicht wollten sie uns auch nicht retten, sondern fingen schon mit der Trauerbewältigung an.

Aber dann hat sich die Kleinste getraut: Darida konnte ihr Frauchen nicht einfach ertrinken lassen und sprang mir zu Hilfe. Sie war so mutig! Für den Bruchteil einer Sekunde. Dann bekam sie Wasser in die Nase, die Panik stieg in ihr auf und ich musste anschließend sie retten. Aber hey, sie ist schon mal ein wenig geschwommen! Und wie sie geschwommen ist. Wir dürfen an dieser Stelle nicht vergessen, dass Darida das erste mal mit fließendem Gewässer (gehören Meere eigentlich auch dazu, oder bezeichnet man so nur Flüsse?) in Berührung kam.

Darida, die angsterfüllt zurück ans Ufer schwimmt

 

Sie wurde immer tapferer. Nicht nur was das Wasser anging, sondern auch im Umgang mit anderen Hunden. Cavaliere sind meistens eher sensibel, müsst ihr wissen. Darida und Hayley sind da besonders extrem. Während Hayley eher auf Abstand geht, wenn sie sich unwohl fühlt, ist Darida eher der „Einschleim“-Typ. Aber dieses Verhalten fiel Stück für Stück von ihr ab, sodass sie gegen Ende sogar auf andere Hunde zugelaufen ist und sich wie verrückt gefreut hat.
Als nächstes sprang Melody ins Wasser und sie schwomm, als hätte sie ihr ganzes Leben lang nichts anderes gemacht. Es war so toll, ihr dabei zuzusehen. Und meine Schwester war so unendlich stolz auf sie und hätte vor Glück platzen können. Schon komisch, oder ? Was unsere Vierbeiner so mit uns anstellen.
Melody, der Seehund!
Am Ende des Tages, hat mich aber Hayley von allen am meisten überrascht. Hayley, meine wasserscheue Rentnerin, die nie Spaß an etwas hat, ist richtig geschwommen. Und nicht einfach schnell rein und noch schneller wieder raus, nein. Sie hat entspannt ihre Runden gedreht und war so souverän, als wäre sie ein kleiner Delfin. Sie war auch fast so glitschig wie einer.

 

Nanu, ist Hayley doch eine Wasserratte?

 

Richtig stolz war ich aber darauf, wie die drei mit anderen Hunden umgegangen sind. Sie waren immer freundlich und neugierig, nie aggressiv. Aber sie scheuten sich auch nicht davor, zu knurren, wenn ihnen jemand zu sehr auf die Pelle gerückt ist.

Der Rückruf hätte zum Teil besser laufen können, vor allem bei Darida habe ich da echt unsere Defizite gemerkt und das war mir auch schon richtig peinlich. Es war zwar nie extrem, aber allein dass ich zum Teil drei Mal nach ihr rufen musste, bis Prinzessin den Rückwärtsgang eingelegt hat, hat mir schon gereicht.

Wenn auch nicht sofort – sie kamen immer wieder zurück!

Lob & Kritik

Alles in allem war es ein super gelungener Tag und trotz des grauen Wetters, hat es richtig viel Spaß gemacht. Das Meerwasser war zwar eisig kalt, aber davon hat man nach einigen Minuten nichts mehr gemerkt (wahrscheinlich weil alle Nerven erfroren sind oder so). Der Sandstrand war super und man hatte die Hunde immer gut im Blick.

Es gab nur zwei Kritikpunkte:
Der Steg war für uns Menschen echt praktisch, für kleinere Hunde war er aber nichts. Unsere drei hatten echt Schwierigkeiten damit, sich selbst wieder aus dem Meer zu befreien. Ich kann mir vorstellen, dass dieses Gefühl alles andere als angenehm für sie war, weil sie der Situation nicht aus eigener Kraft entkommen konnten, wenn es ihnen zu viel wurde.

Weiter kamen sie leider nicht .. (Sorry für die Füße, sind nicht meine)

Da ich ihnen nicht direkt einen Schock fürs Leben verpassen wollte, haben wir nach einem Strandstück gesucht, bei dem sie selbstständig ins Wasser und wieder raus konnten. Das war nur eben nicht so leicht  zu erreichen. Der Übergang zum Meer war durch teilweise echt riesige Felsen blockiert, weswegen wir ein bisschen balancieren und klettern mussten. Aber im Endeffekt wirklich halb so wild, wenn man minimal fit ist!

Hier ein Mal der Übergang ins Wasser (Models: Darida und Melody)

 

Kritikpunkt Nummer zwei: andere Hundehalter.

Puuuhhh… das ist ein leidiges Thema, oder? Ich hab das Gefühl, die Mehrheit aller anderen Hundehalter ist schrecklich, nur wir sind einigermaßen „normal“. Der Hundestrand ist als Freilaufgebiet gekennzeichnet, sodass fast jeder Hundehalter seinen Hund von der Leine ließ, sobald er an den Strand kam. Leider kennen nur wenige Halter ihre Hunde bzw. generell Hunde und deren Verhalten richtig. So kam es auch öfter vor, dass sich Familien mit ihren angeleinten (!) Hunden an den Strand setzten und sich wunderten, wieso der Hund so aggressiv reagiert, wenn andere Hunde in seine Nähe kamen. Da unsere Mädels auch frei liefen und sich besagte Familie direkt vor uns setzte, sind wir anschließend umgezogen.

Damit hatten wir dieses Problem schonmal gelöst. Dann gab es aber auch Halter, die den Strandabschnitt schon fast verlassen hatten und plötzlich merkten, dass deren Hund gar nicht bei denen ist, sondern an meiner Schwester hoch springt. Rückruf ? Klar, probieren wir mal. Wie? Der Hund möchte nicht zurück ? Naja, dann gehe ich eben weiter, irgendwann kommt er schon. Nachdem wir den Hund mehrfach von meiner Schwester gezogen hatten, rief ich nach der Besitzerin, sie solle bitte mal ihren Hund hier weg holen. Reaktion ? Ein weiterer Rückruf. Hat auch nicht geklappt. Irgendwann hat sie dann ihren Mann geschickt, den Hund zu holen.

Fazit

Merke: Hundestrände sind eine super Idee und es hat tierisch viel Spaß gemacht. Wenn man unangenehme Situationen mit anderen Hundehaltern vermeiden will, sollte relativ früh zum Strand gehen und diesen dann auch vor den Stoßzeiten verlassen.

Der Strand ist außerdem super für Hunde geeignet, die viel Erfahrung im schwimmen haben bzw. groß genug sind, um so einen Steg alleine zu bezwingen. Wer kein Problem damit hat, über die Felsen zu balancieren, der hat natürlich auch mit kleineren Hunden super viel Spaß dort. Wir werden auf jeden Fall wieder dorthin fahren!

 

Vielleicht habt ihr ja auch mal Lust, nach Lübeck zum Hundestrand zu fahren oder habt weitere Tipps für tolle Hundestrände ? 
 
Wir würden uns über weite „Places to visit“ freuen, also immer her damit! 
 
Bis bald, 
 
eure Cavaliermädchen. 
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