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Hundeerziehung: Unsere 5 Basics bei Welpen

Mir ist aufgefallen, dass ich relativ wenig über die Basics unserer Hundeerziehung geschrieben habe. Dabei ging es mir zumindest anfangs so, dass mich bei Hayleys Einzug gerade die Grundkommandos interessiert haben.

Da wir gerade mitten in der Welpenerziehung sind, verrate ich euch in diesem Artikel unsere Basics. Ob ihr sie auch als Basiskommandos verwendet oder nicht, ist natürlich euch überlassen. Dieser Artikel soll auch nur als Orientierungshilfe dienen, falls ihr (genau wie ich damals) überhaupt nicht wisst, wo ihr anfangen sollt.

1. Stubenrein werden

Das war der für mich wichtigste Punkt bei der Erziehung. Vor allen anderen Dingen sollte Darida lernen, stubenrein zu werden. Für mich persönlich ist das auch die einzige Erziehung, die die kleinen Mäuse in ihren ersten Tagen im neuen Zuhause überhaupt lernen sollen. Meiner Meinung nach sollten die anderen Basics erst geübt werden, wenn die kleine Fellnase sich schon etwas eingelebt hat. Wir haben damit bisher immer nach ca. 14 Tagen angefangen und sind auch ganz gut damit gefahren.
Wie genau wir Hayley und Darida das sogenannte „sauber werden“ beigebracht haben, könnt ihr übrigens [hier] genau nachlesen.

2. „Sitz“

Das war bei uns immer das erste Kommando. Sitz braucht man in vielen Alltagssituationen, wie beim Warten an Straßenübergängen oder wenn der Paketbote klingelt und die Hunde einfach mal ruhig warten sollen. Außerdem ist es extrem leicht zu lernen und stärkt von Anfang an schon die Bindung zwischen Hund und Mensch.
Damit der Hund „Sitz“ lernt, brauchte es zuerst mundgerechte Leckerli (Einige Rezepte für Hundekekse gibt es hier.). Dann gibt es zwei einfache Möglichkeiten, das Kommando beizubringen:
1. Variante:
Ihr nehmt ein Leckerli in die Hand und haltet es hoch. Euer Hund wird zuerst versuchen, es durch hochspringen zu erreichen. Das Leckerli bekommt er aber nur, wenn er sich ruhig vor euch hinsetzt. Dieses Prozedere einfach so lange wiederholen, bis es sitzt. Bei einem Welpen solltet ihr natürlich nicht zu lange üben, maximal fünf Minuten in den ersten Lebenswochen reichen vollkommen aus.
2. Variante:
Wenn der Hund sich einfach nicht vor euch hinsetzen möchte, könnt ihr sanft ein wenig nachhelfen, indem ihr eine Hand vorne flach auf den Brustkorb legt und leicht dagegen drückt, während ihr mit der anderen Hand leicht auf den Hintern drückt. Bitte seid da extrem vorsichtig, gerade bei so kleinen Welpen, solltet ihr da wirklich nur einen Hauch an minimalem Druck anwenden.
Bei Hayley hat Variante 1 funktioniert, während der Pubertät mussten wir aber auch immer mal auf Variante 2 zurück greifen. Darida ist ein kleines Schlauköpfchen und hat „Sitz“ einfach durchs abgucken von Hayley gelernt.

 

„Sitz“ (und „platz“) eignen sich besonders für solche Fotos
(Schnappschuss von Eva-Sophie H.)

 

3. „Nein“ und „Pfui“

Vor allem in Anbetracht kleiner Welpenzähnchen ist das eines der wichtigsten Kommandos, die unsere Hunde beherrschen. Das Kommando haben wir nie wirklich „aufgebaut“ im ursprünglichen Sinne.
Wenn ich die Mädchen bei irgendwas erwischt habe, was sie nicht tun sollten, gab es von mir ein scharfes „Nein!“, in der Hoffnung, dass sie damit aufhören. Wenn das nicht funktioniert, wurde es mit einem Stampfen auf dem Boden noch etwas verstärkt. Allerdings müsst ihr auch da bitte bitte aufpassen, eurem Hund nicht auf die Pfoten zu treten.
„Pfui“ ist eigentlich ein abgewandeltes „Nein“. Viel zu oft hört man von Hunden, die mit Ködern vergiftet wurden. Einen sicheren Schutz gibt es nicht, außer seinem Hund beizubringen, nichts vom Boden oder von Fremden aufzunehmen. Ein solcher Kurs steht auch bei uns auf der „To-Do-„Liste, für den Anfang üben wir aber mit „Pfui“.
Ziel ist es, dass der Hund das Aufgenommene auf Kommando wieder ausspuckt. Wir haben es in unserer Hundeschule so gelernt, dass jemand dem Hund ein Leckerli hinhält. Der Hund darf (und soll) das Leckerli in den Mund nehmen bzw. daran rum kauen. Hier eignen sich deshalb Kaustreifen am besten, da man sie zur Not auch wieder heraus ziehen kann. Kaut der Hund ein wenig am Kaustreifen (der immer noch festgehalten wird!) rum, wird das Kommando „Pfui!“ gegeben. Schön laut, sodass der Hund aus Reflex schon zurück zieht. Tut er das, gibt es ein anderes (viel besseres!) Leckerli vom Frauchen.

4. Anfassen lassen

Versteht mich nicht falsch, meine Hunde müssen sich nicht von jedem X-Beliebigen Menschen anfassen lassen. Das möchte ich schließlich auch nicht.
Aber sie müssen lernen, sich für Untersuchungen vom Tierarzt anfassen zu lassen, ohne aggressiv zu werden. Das erspart vor allem dem Hund später eine Menge Stress und uns und dem behandelnden Arzt dementsprechend viele Nerven.
Hierfür gab es täglich kleine Übungsstunden, mit einer Dauer von etwa 5 Minuten über den Tag verteilt. Erst habe ich Darida und Hayley leicht über den Rücken gestreichelt, waren sie ruhig gab es ein Leckerli. Hat (vor allem Darida) mal an der Hand geknabbert, gab es kein Leckerli und ein „Nein“. Dann habe ich es nach einigen Sekunden nochmal probiert.
Klappt das Streicheln gut, wird es weiter ausgebaut. Dann nehme ich z.B. die Rute in die Hand oder kontrolliere Ohren und Pfoten. Bei der Pfotenkontrolle achtet bitte darauf, dass ihr die Pfoten nicht nach vorne zieht. Hebt das Pfötchen an und knickt es nach hinten um, Richtung Hintern. Das ist für die Hunde um einiges angenehmer.
Als nächstes könnt ihr diese Übungen nach dem selben Prinzip steigern, indem ihr sie Freunde und Verwandte durchführen lasst.

5. Ins Mäulchen schauen lassen

Dieser Punkt hätte auch unter 4. gepasst. Allerdings habe ich die Erfahrung gemacht, dass es für Hayley und Darida etwas ganz anderes ist, ob sie sich anfassen lassen oder ihnen jemand ins Mäulchen schaut.
Vor allem bei Darida hatten wir da echte Schwierigkeiten, sie daran zu gewöhnen. Aber es war nicht unmöglich, erforderte allerdings sehr sehr viel Geduld.

Den Hund daran zu gewöhnen, sich ins Mäulchen schauen zu lassen, wird nach dem selben Prinzip aufgebaut wie das anfassen lassen. Erst halte ich das Köpfchen in der Hand. Wenn der Hund sich nicht windet, gibt es ein Leckerli. Wenn das gut klappt, schiebe ich die Lefzen hoch. Ist der Hund auch dann wieder ruhig, gibt es wieder das Leckerli. Irgendwann sollte es klappen, dass man sich problemlos im Hundemäulchen umschauen kann, ohne dass der Hund nervös wird.

Ich hoffe, dass wir euch helfen konnten, einen für euch geeigneten Start in die Welpenerziehung zu finden.

Bis bald,

Eure Cavaliermädchen!

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5 Kommentare

  • Reply Cavaliermädchen

    Hey,

    Freut mich sehr, dass dir der Artikel gefällt – und dass er es in den Online-Ratgeber schafft. ☺️ Die Idee ist wirklich klasse und ich freu mich schon auf das fertige Ergebnis!

    Liebe Grüße,
    Doxa mit Hayley und Darida

    24/10/2017 at 12:42
  • Reply Unknown

    Hey,
    vielen Dank für Deine Teilnahme an meiner Blogparade, auch wenn es schon ein älterer Artikel ist! 🙂 Gern nehme ich Dich und den Artikel mit auf!
    Deine Basics finde ich gut und sehr schön beschrieben, gerade für Welpen sind sie wichtig. Genau das richtige also für den Blogger-Online-Ratgeber!
    Liebe Grüße,
    Nicole

    24/10/2017 at 12:39
  • Reply Enes Öztürk

    Der Kommentar wurde von einem Blog-Administrator entfernt.

    20/10/2017 at 12:55
  • Reply Cavaliermädchen

    Hallo liebe Isabella,
    Mit der Stubenreinheit hast du recht, es kommt natürlich auch auf viele weitere Aspekte an, wie z.B. Wie lange der Hund anhalten kann bzw. Ob er das überhaupt kann, evtl. Pinkelt er auch aus Angst wenn er alleine ist? Bei Darida hat das Ganze z.B. Knapp 3 Monate gedauert, bis sie zuverlässig draußen gemacht hat. Bei Hayley hingegen 4 Wochen.

    Ich finde deine Kommandos total interessant, eine Art "Lass es" würde ich auch gern aufbauen. Unser "Calm Down" heißt "Ruhe" und klappt sowohl beim extremen aufdrehen in der Wohnung als auch wenn wir unterwegs sind. Hayley und Darida jaulen nämlich häufig, wenn es ihnen zu langsam geht – durch das "Ruhe" kriegen wir das aber ganz gut in den Griff.

    Dein "Stopp" ist ja quasi wie unser "Nein" und das "warte" haben wir genau so auch angefangen aufzubauen. So unterschiedlich sind wir also gar nicht in der Erziehung. 🙂

    Übrigens: Bei Fuß können unsere auch nicht. Aber ich wäre auch froh, wenn sie einigermaßen gut an der Leine laufen könnten 😀

    Liebe Grüße von
    Doxa mit Hayley und Darida

    11/09/2017 at 16:19
  • Reply Isabella Staudt-Millmann

    Ich gebe zu, auch bei uns haben sich im Lauf von Jahren einige Dinge entwickelt, die ich als "Basics" bezeichnen würde – aber die leider nicht bei jedem unserer Hunde gleich gut funktioniert haben / funktionieren. Daher gab / gibt es bei uns auch ein paar Anpassungen an die jeweiligen Charactere 🙂
    Stubenreinheit ist natürlich wichtig – aber für mich nichts, was nur mit Erziehung zu tun hat … allerdings sieht man das glaube ich erst so, wenn man eine inkontinente Hündin hatte. Daher klammere ich das mal aus!
    Sich anfassen und untersuchen lassen ist bei uns auch ein wichtiger Punkt – genau wie ich sicherstelle, dass ich meinen Hunden alles aus dem Maul nehmen kann bzw. sie auf Ansage die Sachen auch ausspucken (klappt leider icht bei Cara auf Ansage – geht nur mit abnehmen).
    Bei den "Kommandos" gibt es nur wenige, die sich als wirklich wichtig für uns erwiesen haben:
    "Stopp" – für mich eines der wichtigsten Signale. Egal was Hund gerade tut, bei diesem Signalwort soll er einfach damit aufhören, sich nicht weiter bewegen und mich anschauen!
    "Warte" – nutzen wir auch ganz oft … bedeutet für uns, der Hund soll in meiner Nähe bleiben und darf ansonsten machen, was er will!
    "Lass es" – ist unser Wort für das ignorieren von Dingen die auf dem Boden liegen, egal ob Futter oder anderes!
    "Calm down" – einfach ruhig werden, egal ob sitzen, stehen oder liegen. Nicht mehr rennen oder spielen. Besonders im Büro und auf Reisen sehr nützlich.

    Wir waren noch nie die typischen Sitz-Platz-Fuß-Hundehalter … unsere Hunde leben mit uns und dürfen vieles frei entscheiden und erleben. Natürlich gibt es Grenzen und auch Situationen, in denen ich diese Möglichkeiten einschränken muss – aber nicht mit einem trainierten Sitz oder Platz, sondern mit einem Stopp oder einem Warte!

    Es war aber sehr interessant Deine Basics zu erfahren.
    Liebe Grüße,

    Isabella mit Damon und Cara

    11/09/2017 at 13:47
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