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Gesundheit

Wenn’s zwickt und schmerzt – Tierphysio beim Hund [Anzeige]

Wie auch wir, leiden auch unsere vierbeinigen Familienmitglieder hin und wieder unter Schmerzen. Wenn es soweit ist, möchte nicht jeder Hundehalter seinen Liebling unters Messer legen müssen. Natürlich kann eine Operation in manchen Fällen unabdingbar sein, in anderen jedoch kann man mit Alternativen wie der Hundephysiotherapie wahre Wunder bewirken. Im November letzten Jahres wurden wir mit ein paar anderen Bloggern von AGILA zu einem Workshop eingeladen, der mir die Vorteile der Physiotherapie für den Hund näher gebracht hat. Diese möchte ich dir nicht vorenthalten!

Was hat es mit der Hundephysiotherapie auf sich?

Die Physiotherapie soll nicht unbedingt ein Ersatz für die Schulmedizin sein. Dennoch kann sie allein oder ergänzend zu ihr eingesetzt werden und so deinem Hund durch verschiedene Therapiemöglichkeiten Linderung bei Beschwerden verschaffen. Beispielsweise kann bei Erkrankungen wie Spondylose eine Operation nötig werden, die dann durch verschiedene tierphysiotherapeutische Maßnahmen unterstützt werden kann. Die Hundephysiotherapie wird in zwei verschiedene Bereiche unterteilt:

Aktive Physiotherapie

Wie der Name schon sagt, handelt es sich um verschiedene Übungen, die der Hund aktiv mitmachen muss.

Passive Physiotherapie

Bei diesen Behandlungen muss der Hund nicht aktiv dabei sein. Meistens liegt der Hund hierbei auf dem Behandlungstisch oder auf dem Boden und es wird eine entspannte Haltung des Hundes angestrebt.

Toffee dient als Vorführmodell – und er macht es soo gut!
(c) Stefan Kröger /Agila

Wann kann Physiotherapie sinnvoll sein?

Als Nachbehandlung für verschiedene Krankheitsbilder kann die Physiotherapie durchaus sinnvoll sein. Einige Beispiele für solche Erkrankungen möchte ich Dir im Folgenden auflisten:

Neurologische Erkrankungen

Dazu gehören Nervenerkrankungen, Lähmungen und Bandscheibenvorfälle.

Erkrankungen des Bewegungsapparates

Diese Erkrankungen können sehr vielfältig sein und reichen von Dysplasien über Arthrosen bis hin zu Knochenbrüchen.

Muskelerkrankungen

Hierzu zählen unter anderem Verspannungen und Verkürzungen der Muskeln.

Sonstiges

Eine physiotherapeutische Behandlung kann besonders nach Unfällen als Reha-Maßnahme sinnvoll sein. Aber auch ängstlichen/nervösen Hunden kann eine Physiotherapie Linderung verschaffen.

Was für Methoden gibt es?

Die Physiotherapie für Hunde zielt, wie bereits erwähnt, unter anderem auf die Behandlung des Bewegungsapparates ab. Auf den ersten Blick scheint dieser gar nicht so komplex zu sein. Die meisten Menschen danken dabei nämlich nur an die Knochen und Muskeln. Ich persönlich habe mich, bis zum wundervollen Workshop von AGILA im letzten Dezember, damit nicht wirklich befasst. Aber tatsächlich kommen zu den Knochen und Muskeln noch die Sehnen, Bänder, Knorpel und sogenannte Faszien hinzu. Die Faszien sind übrigens feine, relativ zähe Häute, die die Muskeln umgeben. Sie dienen dem Abgrenzen einzelner Muskeln. Falls Dir das immer noch nichts sagt: Das sind diese feinen, weißen Häute, die z.B. euer Steak umhüllen.

Die Methoden der Therapie richten sich nach dem verfolgten Ziel, beispielsweise Rehabilitation, Schmerzlinderung, Prävention oder Muskelaufbau. Je nach verfolgtem Ziel gibt es dann unterschiedliche Therapiemethoden, die sinnvoll sein können. Eine kleine Auswahl dazu habe ich Dir auch schon zusammengestellt:


Massage 

Durch spezielle Massagegriffe können Muskeln angeregt oder gelockert werden. Verklebungen der Muskeln können dadurch gelöst, die Durchblutung gefördert und dadurch Verspannungsschmerzen gelindert werden. Eine Massage ist durchaus sinnvoll, um den Muskelaufbau vorzubereiten.

Lasertherapie

Durch gebündeltes Licht wird die Zellbindung im Gewebe unterstützt. Die Folge sind Schmerzlinderung und Entzündungshemmung. Sie wird häufig in der Wundheilung, der Schmerztherapie und bei Arthrose zum Einsatz.

Thermotherapie

Bei der Thermotherapie kommt die Anwendung von Kälte oder Wärme zum Einsatz. Durch Wärme wird die CO2- und die Nährstoffzufuhr im Gewebe erhöht und Kälte hilft bei Schwellungen und Schmerzen. Kälte bietet sich somit bei Entzündungen und bei postoperativen Behandlungen zum Einsatz.

Weitere Möglichkeiten

Bei der Nutzung des Unterwasserlaufbands wird das Gangbild und Körpergefühl verbessert und der Muskelaufbau gefördert. Zusätzlich wirkt die Therapie schmerzlindernd und entlastet die Gelenke. Eine Magnetfeldtherapie verbessert die Stoffwechselregulation und fördert die Durchblutung. Dabei werden die Schmerzen gelindert und die Muskulatur entspannt. Auch Bürsten- und Igelballmassagen wirken durchblutungsfördernd und entspannend. 

Übungen für Zuhause

Wie auch bei uns Menschen, ist es auch bei unserem besten Freund unerlässlich, dass die Übungen auch Zuhause durchgeführt werden. Dabei gibt es etliche verschiedene. Welche der Übungen bei der Erkrankung deines Hundes sinnvoll sind, kann ein/e Physiotherapeut/in mit dir genauer besprechen. Bei den Übungen für Zuhause ist die richtige Motivation (und die Entspannung des Hundes!) das A&O. Mit Leckerchen kannst Du zumindest für Punkt 1 bestimmt garantieren.  😊

Dehnübungen

Hierbei geht es vor allem ums Dehnen, Beugen und Strecken verschiedener Körperregionen. Beispielsweise kann der Rücken dadurch gedehnt werden, dass der Hund an seinem Menschen hochklettert und sich mit den Vorderpfoten auf die Unterarme seines Menschen stützt. Der Hals kann dadurch gebeugt werden, indem er mit einem Leckerli dazu animiert wird, den Kopf im sitzen zur Brust oder zur  Seite zu führen.

Hundetricks mit Physiotherapeutischem Nutzen

Für Zuhause bieten sich natürlich auch Hundetricks an, die einen physiotherapeutischen Nutzen mit sich bringen. Beispielsweise wird durch den Trick „Verbeugen“ der breite Rückenmuskel gestreckt und beim „Männchen machen“ die Rückenmuskulatur gestärkt. Der Trick „High Five“ sieht nicht nur bezaubernd aus, sondern unterstützt den Hund auch dabei, die Oberarmmuskeln zu dehnen. Bei Stephi, Enki und Kane von ThePellMellPack findest Du übrigens weitere Übungen, die Du kinderleicht Zuhause mit deinem Hund nachmachen kannst.

Enki wird auf dem Workshop von AGILA ordentlich durchgeknetet.
(c) Stefan Kröger / AGILA

Beweglichkeitsübungen

Durch Beweglichkeitsübungen wird, wie der Name schon sagt, die Beweglichkeit des Hundes trainiert. Beispielsweise kann beim Cavaletti-Training durch verschiedene Gangarten (z.B. Schritt oder Trab) der gesamte Körper trainiert werden. Wichtig ist hierbei, dass der Hund kontrolliert über jede Stange geht und nicht springt.

Der Wechsel vom „Sitz“ ins „Platz“ und wieder zurück verlangt der Hundemuskulatur einiges ab – und deshalb wird sie dadurch auch so gut trainiert.

Aber auch das Laufen über verschiedene Untergründe ist eine tolle Möglichkeit, die Beinmuskulatur zu trainieren und die Motorik zu fördern.

Wie du sehen kannst, bietet die Physiotherapie für den Hund viele verschiedene Facetten und kann vielfältig eingesetzt werden. Vielleicht ist die Physiotherapie ja eine interessante Möglichkeit für Dich und Deinen Hund. Oder hast Du selbst vielleicht schon Erfahrungen mit der Physiotherapie für den Hund gemacht? Hinterlasse mir gerne einen Kommentar!

Bis bald,

eure Cavaliermaedchen!


Dieser Beitrag entstand im Rahmen einer Kooperation mit AGILA. Sämtliche in diesem Beitrag verwendete Fotos wurden mir von AGILA zur Verfügung gestellt. Das Urheberrecht liegt somit bei Stefan Kröger / AGILA.

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