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[midoggy Parade]: Hundeliebe Teil 2 – Wie Darida mich gefunden hat

Ja, ich habe ganz bewusst mich und nicht uns geschrieben, weil das kleine Monsterchen mich ganz allein gefunden hat.

Ich habe euch [hier] vor kurzem in drei Kapiteln von Hayleys Geschichte geschrieben. Obwohl unsere Geschichte für mich etwas ganz Besonderes, schicksalsträchtiges ist, glaube ich, dass so oder so ähnlich viele zu ihrem Hund kommen. Bei Darida war es aber ganz anders, mit vielen Höhen und Tiefen. Hier kommen die nächsten Kapitel unserer gemeinsamen Geschichte.

Kapitel 4: Der Traum vom Zweithund

Puhhh… ich kann nicht genau sagen, wann der Wunsch nach einem zweiten Hund in mir aufkeimte. Ich glaube, kurz nachdem Hayley ein Jahr alt wurde. Die Idee vom Zweithund war schon immer da, aber der tiefe Wunsch entwickelte sich dann nach einigen Monaten. Vor allem als meine Schwester dann ihren Cavalier bekam und ich die beiden zusammen spielen sah, wurde der Wunsch immer größer.

Hayley und Melody

 

Hayley war ein toller Ersthund. Sie war perfekt. Klar, die Leinenführigkeit bereitet uns Probleme und daran arbeiten wir auch heute noch – nur will es immer noch nicht so recht laufen. Aber ansonsten war sie so pflegeleicht, lernte relativ schnell und hörte aufs Wort. Wenn es mit dem ersten Hund so leicht ist, wieso sollte sich mit dem zweiten so gravierend etwas ändern? Diese Frage sollte nach einigen  Monaten beantwortet werden.

Kapitel 5: Der Traum von einem eigenen „Sparky“

Ich habe mich bereits bevor Hayley einzog in eine Zucht verliebt, Connys „Spark of Hope“. Die Gesichter der Cavaliere haben mich direkt in ihren Bann gezogen, ich war verliebt in ihre Hunde, vor allem in Ronja. Allerdings züchtet Conny nur „wholecolours“, also die Farbschläge ruby und black and tan. Da ich aber einen blenheim-Hund wollte, kam die Zucht bevor Hayley einzog nicht in Frage.
Der zweite Hund sollte aber ruby werden, immerhin liebt mein Freund diesen Farbschlag am meisten und da es auch mein zweit liebster Farbschlag ist, sprach da wirklich nichts dagegen. Zunächst jedenfalls.
Ich habe hier glaube ich schon das ein oder andere Mal erwähnt, dass ich in einem Cavalier-Forum angemeldet bin, welches mich in verschiedenen Aspekten stark geprägt hat. Unter anderem auch, was die Wahl des Zweithundes betrifft.

Während ich nämlich im Forum stöberte, bin ich auf Fotos von einer ganz besonderen Hündin gestoßen, „Yasmin Spark of Hope“. Ich war direkt schockverliebt, ich habe wirklich noch nie in meinem Leben eine so schöne Hündin gesehen. Dabei war sie black and tan – der einzige Farbschlag, den ich bei den Cavalieren überhaupt nicht mochte. Eigentlich fand ich nämlich, dass sie sehr grimmig gucken – aber nicht Yasmin. Ihr Blick ist der sanfteste, den ich je bei einem Cavalier gesehen habe.

Minchen und Darida im Juli
Mich ließ das Bild von dieser Hündin wirklich nicht los. Da Yasmin, das Minchen, sich in Liebhaberhänden befand, konnte ich mir einen Welpen von dieser Hündin ja schonmal abschminken. Aber der Wunsch nach einem Zweithund wurde immer stärker und er sollte dieser Hündin bitte ganz ganz ähnlich sehen. Deshalb holte´ich mein ganzes Stalker-Talent raus (Nicole, falls du mitlesen solltest, bitte diesen Teil überlesen) und schaute nach, von welchen Elterntieren Yasmin abstammte. Wenn schon kein Welpe von Yasmin, dann bitte von ihrer Mama. Mein Plan war geschmiedet, jetzt hieß es die ersten Schritte für Mission „Eigener Sparky“ einleiten…

Kapitel 6: Erste Kontaktaufnahme zu Conny

Im Februar 2017 konnte ich das Herrchen endlich davon überzeugen, dass wir für einen zweiten Hund bereit sind. Im Mai hätte ich meine letzte Abiturklausur und ab März wäre ich den ganzen Tag zuhause. Das Herrchen fügte an, es sei praktischer, wenn der Welpe erst im Juni einziehen würde, wenn ich alle Klausuren geschrieben hätte. Fand ich auch logisch, nachvollziehbar, akzeptiert. Aber die Züchterin könnte ich ja schon mal anrufen, mich evtl. „vormerken“ lassen. Vielleicht ist mit Ronja, so heißt Yasmins Mama, ja schon ein Wurf geplant.
Kurz bevor ich anrief, erfuhr ich, dass Yasmin doch ein Mal Mama werden sollte, sogar in diesem Jahr noch. Allerdings gab es schon vor Geburt der Welpen so viele Interessenten, dass ich eigentlich gar keine Chance mehr hatte. Damit musste ich mich abfinden und es war irgendwo okay. Es passiert eben doch alles aus einem ganz bestimmten Grund, auch wenn er uns nicht immer gleich nachvollziehbar erscheint.
Trotzdem rief ich zwei Tage später mit extremem Herzrasen bei Conny an und unterhielt mich eine ganze halbe Stunde mit ihr. Nach den ersten fünf Minuten war meine Aufregung wie weggeblasen, sie war so lieb und freundlich am Telefon und ich konnte es kaum erwarten, sie persönlich kennen zu lernen und meinen eigenen Sparky abzuholen – in black and tan. Wie es der Zufall nämlich so wollte, war mit Ronja tatsächlich ein Wurf geplant, der E-Wurf der zum Juni / Juli bereit zum Auszug sein könnte. Mein Herz machte einen Sprung.

Kapitel 7: Der D-Wurf von Spark of Hope

Der D-Wurf wurde offiziell angekündigt und ich konnte nicht anders, als mitzufiebern. Als wäre ein Welpe für mich bestimmt, habe ich jede Woche mit Spannung die Geschichten von Yasmins Schwangerschaft gelesen und mitgefiebert.

Mit einem mulmigen Gefühl im Bauch schrieb ich Conny nochmal, dass falls wieso auch immer ein black and tan Mädchen aus Yasmins Wurf übrig bleiben sollte, sie bitte an mich denken soll. Sie machte mir natürlich auch klar, dass die Chancen extrem schlecht stünden, man wusste ja nicht mal, wie viele Welpen der Wurf überhaupt haben würde.

An dieser Stelle muss ich ein Mal erwähnen, dass ich zu dieser Zeit einen riesigen Konflikt mit einem Lehrer an meiner Schule hatte, der mir einiges abverlangt hat. Es kam zu vielen Missverständnissen, während ich eine längere Zeit über krank geschrieben war und bis heute kam es zu keiner richtigen Einigung, weil er nie zu einem klärenden Gespräch bereit war. Diese letzten Schulwochen verlangten mir einiges ab – eigentlich ging es das ganze Jahr über so, wenn ich in seinen Unterricht musste. Die Vorfreude auf einen zweiten Welpen, half mir irgendwie mich zu motivieren und durchzuhalten, auch wenn es komisch klingt. Sowas lässt einen dann doch nicht wirklich kalt.

Dann geschah es: Der D-Wurf erblickte am 16.02.2017 das Licht der Welt. Drei Hündinnen, zwei in black and tan und eine in ruby und zwei Rüden, zwei in ruby und einer in black and tan, erblickten gesund und munter das Licht der Welt. Ich konnte nicht anders, als mich direkt in eines dieser wunderschönen dunklen Mädchen zu verlieben. Das Herz macht was es will. Vier Tage später schrieb ich übrigens die letzte Klausur in diesem Fach.

Die D-chen – von Nicole fotografiert und farblich sortiert

 

Zwei Tage später (am 22.2.) kam dann die endgültige Nachricht: Ich müsste mich bis zum nächsten Wurf gedulden, beide black and tan Mädchen würden in die Zucht gehen. Obwohl ich es ja wusste, brach es mir das Herz und die darauffolgenden Wochen wurden nicht gerade angenehm für mich. Immerhin hatte ich mich die letzten Wochen so sehr an diesen Gedanken geklammert. Aber so oder so: Dieser Wurf machte mir die komplette Zeit irgendwie erträglicher. Denn zwei Mal musste ich noch zu ihm in den Unterricht – und dann kamen ja schon die ersten Abiturklausuren.
 Alle paar Tage fragte ich nach, wie es denn Mama und Welpen ginge und wie sie sich entwickeln würden. Es hilf mir tatsächlich, mir die Fotos von ihnen anzusehen und jeden Tag wartete ich mit Spannung auf ein Update von Nicole oder Conny. Es ist schwer zu erklären, aber ich fühlte mich mit diesem Wurf so sehr verbunden, dass ich nicht mehr traurig war, keinen Welpen davon zu bekommen, evtl. noch etwas wehmütig, aber ich habe mir so sehr gewünscht, dass jeder Einzelne in eine wundervolle Familie bekommt. Besonders meine kleine Zaubermaus.
Und dann schreibt Nicole tatsächlich, dass mein Baby, die schöne, kleine, schwarze Perle in die ich mich verliebt habe, ins Ausland ziehen soll. Da wurde mir erst so richtig klar, dass ich womöglich nie wieder was von ihr hören würde und das machte mich so unendlich traurig.

Kapitel 8: Wie Diva Darida Spark of Hope doch noch zu mir gefunden hat

Am Montag, den 3. April, schrieb ich dann wieder mit der Züchterin, wie es bei Ronja denn aussieht, ob es „gefruchtet“ hat und sie schon beim Ultraschall war. Ich bekam direkt ein Bild, sechs Welpen konnte ich auf dem Ultraschallbild defintiv erkennen, genau wissen würden wir das aber erst am Freitag. Meine Laune stieg ins unermessliche und die Aufregung gleich mit.

Falls ihr an diesem Tag gegen 21 Uhr irgendwo auf der Welt ein lautes Herzrasen gehhört habt – das war ich. Denn um diese Uhrzeit kam von Conny wie aus dem Nichts eine Nachricht: „Ich habe da mal eine Frage. Würde es dir auch schon früher passen, ein batchen zu dir zu nehmen?“.

Fragt mich nicht wieso ich nicht geschaltet habe, ich dachte wirklich nur „Joa, ab sofort muss ich nicht mehr zur Schule, die ersten Abiturklausuren habe ich auch schon und bin jetzt nur noch zuhause, wäre also machbar.“.

Und dann erschien in meinem Whatsapp Messenger die Nachricht, die mein Herz zum rasen brachte, ich fühlte mich wie auf Wolke 7 und mein Blut rauschte regelrecht in meinen Ohren:
„Kannst du dir Diva Darida als Häschen* vorstellen?“

Darida (c) Nicole


Das war’s. Mein Herz blieb bestimmt eine Sekunde lang stehen. Ich konnte ihr eine ganze Minute lang nicht antworten, weil ich mein Glück nicht fassen könnte. Nicht nur, dass ich einen Welpen von Yasmin bekommen würde, ich würde meinen Welpen bekommen. Mein kleines Baby, in das ich mich verliebt habe, als ich das erste Bild von ihr gesehen habe.
Wie konnte ich auch nicht? Dieses kleine Wesen war von Anfang an für mich bestimmt. Das wusste sie und das wusste auch ich. Genau so wie jeder andere auch.
*Als Osterhäschen, da sie am Karfreitag bei uns eingezogen ist.

Kapitel 9: Wie Darida etwas in mir zum schmelzen gebracht hat

Zwei Tage später haben wir Darida das erste Mal besucht und sie war noch viel bezaubernder als auf den Fotos. Ich habe sie sofort erkannt.. Ich werde nie den Moment vergessen, wie ich bei der Züchterin draußen auf der Stufe saß, vier Welpen um mich rum gewuselt und sie mich fragt „Na, welcher Welpe ist deiner?“. Ich hab gelächelt und auf Darida gezeigt, die kleine Maus die mir gegenüber saß und mich mit ihrem Blick so sehr fixiert hatte, wie ich sie. „Das gibt’s doch nicht, da kommt sie das erste Mal her und kennt sofort ihr Häschen.“ Es ist schwer zu beschreiben, aber Darida ist wie ein Magnet für mich. Klingt das merkwürdig? Es fühlt sich jedenfalls total merkwürdig an. Am 14. April 2017 durfte ich die kleine Maus endlich nach Hause holen.

 

Mein Baby auf dem Weg nach Hause
Zuhause angekommen war es ganz anders, als mit Hayley. Es fing schon damit an, dass Darida ruhig war, sobald ich meine Hand in ihre Schlafbox gehalten habe – bei Hayley funktionierte das zwar auch, aber mit Herrchens Hand. Es zeichnete sich also ab, dass sich hier die Hauptbezugsperson ändern würde.
Ihr müsst wissen, dass Cavaliere sich nicht „den einen“ Menschen aussuchen. Sie lieben jeden einzelnen Menschen fast gleich. Natürlich ist ein Unterschied erkennbar, z.B. ist Hayley zu mir und dem Herrchen anders als z.B. zu unseren Geschwistern. Aber es gibt normalerweise nicht „diesen einen“ Menschen für sie.
Bei Darida ist das anders, für sie gab und gibt es nur mich. Egal wer sie ruft, sie geht zwei Schritte auf ihn zu und dreht sich wieder zu mir um. Wenn sie auf dem Sofa liegt und ich aufstehe, läuft sie mir nach. Wenn ich mit Hayley zum Agility gehe und sie mit Herrchen alleine bleibt, weint sie. Es bricht mir das Herz und ihr genau so, wenn wir voneinander getrennt sind. Ich weiß nicht wie ich dieses kleine Wesen auch nur einen Tag lang alleine lassen kann. Es kostet mich jedes Mal so viel Überwindung und es vergeht keine Sekunde, in der ich nicht an sie denken muss.

 

Wir strahlen dann mal um die Wette <3
Darida hat etwas in mir bewegt, etwas verändert, etwas zum schmelzen gebracht. Ich weiß nicht genau was es ist und kann es auch nicht beschreiben, aber ich kann ihr nie böse sein. Ich kann nicht konsequent sein, meine Erziehung läuft bei ihr total Banane.
Andererseits braucht sie aber kaum eine Erziehung. Sie achtet auf mich, hört auf jedes Wort und lässt sich nicht ablenken, ich bin ihr Mittelpunkt. Wenn ich lauter werde, drückt sie sich an mich und bricht mir mit einem Blick direkt das Herz, es zerspringt in eine Million Kleinteile. Ich habe das Gefühl, ich muss immer für sie da sein, sie vor allem und jedem beschützen, so als wäre ich nie groß genug, um sie vor allem Bösen abzuschirmen. Gleichzeitig gibt sie mir das Gefühl, genug zu sein und mit ihr zu wachsen. Ich lerne so viel über mich selbst, sie fördert und fordert mich so sehr. Durch Darida lerne ich geduldig zu sein, meine Wut über kaputte Tapeten runterzuschlucken und was es heißt, bedingungslos geliebt zu werden.

Erinnert ihr euch noch an meinen Seelenhund-Artikel? Ich habe mich ganz bewusst für neun Geschichten von Herzens- und Seelenhunden entschieden – und das hier ist die zehnte. Mein eigener Herzens- und Seelenhund und mein allergrößter Wunsch, der in Erfüllung gegangen ist, als ich die Hoffnung längst aufgegeben hatte.

Genau so spielt das Leben manchmal und wie ich schon gesagt habe – alles passiert aus einem bestimmten Grund, auch wenn wir ihn nicht immer nachvollziehen können.

Bis Bald,
 
Eure Cavaliermädchen
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3 Kommentare

  • Reply Cavaliermädchen - Ein aufregendes Jahr geht zu Ende – Leb‘ Wohl 2017

    […] ich euch hier schon mal erzählt habe, wusste ich zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht, dass es meine Darida sein […]

    25/03/2018 at 18:13
  • Reply Cavaliermädchen

    Vielen Dank, liebe Johanna. Ich bin hier gerade minimal rot geworden. Es hat mich selbst ganz doll berührt, dass ich dich zu Tränen gerührt habe. Ganz ehrlich, ich musste auch selbst beim tippen immer mal durchatmen, weil immer wieder die Emotionen mit mir durchgegangen sind.

    Allerliebste Grüße von den Cavaliermädchen

    24/09/2017 at 22:31
  • Reply Johanna

    Es ist so süß und so schön geschrieben das ich hier mit Tränen in den Augen Sitze und gefühlt eine Packung Taschentücher verbraucht habe! Man merkt deutlich, dass das zwischen euch Schicksal war und ist!

    23/09/2017 at 20:09
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